11. Schlag Grenada – Kuba

Eigentlich wollten wir nach dem Start von Grenada gar nicht nach Kuba, aber das Wetter war uns nicht wohl gesonnen. Als wir in Richtung Martinique unterwegs waren tobte auf dem Nordatlantik, weit vor den karibischen Inseln im Osten, ein ordentlicher Sturm, der seine Ausläufer bis in den karibischen Raum schickte, durch die zwischen den Inseln stehenden Strömung nach West und durch den anhaltenden starken Wind aus Ost kamen wir der Insel Martinique einfach, trotz 2 Tage aufkreuzen, nicht näher, so beschlossen wir nach Haiti und Kuba abzudrehen. Mit achterlichen Wind, der auf der Anzeige immer noch mit ca. 25 ktn fauchte, ging es dann gut im angelegten Kurs, unser erstes Ziel, die Insel A Vache auf Haiti, konnten wir so locker erreichen. Glück hatten wir bei der Anfahrt zur Insel, es war Tag, die Fischer, alle samt sehr arm, markieren ihre Netze und Körbe mit Plastikflaschen, die natürlich erst sichbar sind wenn man schon fast drüber gefahren ist, also war Slalom mit Auskuck auf dem Vorschiff angesagt. Wir kamen ohne eine Leine um die Propellerwelle zu legen am Ankerplatz an, ein sehr schönes Fleckchen Erde, trotz der Armut sind die Leute recht freundlich und hilfbereit. In 2 Tagen vor Anker hatten wir die Insel mit unserem Führer PePe erkundet und machten uns dann wieder auf den Weg nach Kuba, die ersten 70 sm war der Wind noch segelbar, dann schlief er, wie vorher gesagt, ein und wir mussten die restlichen 100 sm motoren. Früh am Morgen des 02.03.19 kamen wir in Satiago de Kuba an, wurden bei der Einfahrt in die lang geogene Lagune schon über Funk von der Marina begrüßt und legten im Sonnenschein an dem freien Platz am Betonsteg an. Auf den ersten Blick sah alles ziemlich runter gekommen aus, der zweite Blick ernüchterte uns, es war noch viel schlimmer. Aber da müssen wir durch, wer eine Reise unternimmt muss auch mit Widrigkeiten leben können, nur so viel – es gibt nicht mal Klobrillen. Kuba ist als Land natürlich sehr schön, die Gesellschaft ist aber gerade im Umbruch und es herrscht nach meinem Empfinden Frühkapitalismus, die Regierung hält die eigenen Landsleute in moderner Sklaverei (Monatslohn 10 – 20 $ im Monat) und die Ausländer werden gnadenlos abgezockt. Aber was solls, die Hälfte der Reise ist nun um und es geht für einen Monat in die Heimat, die Nuku wird gesichert und schläft ein wenig in der Marina Merlin in Punta Gorda in Kuba. Mitte April soll es dann weiter nach Jamaika und Panama gehen.

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