16. Schlag Nuku Hiva – Atoll Ahe – Bora Bora

Am 27.06.19 kam jedoch Brenda zu mir beim Frühstückskaffee und teilte mit, das sie am frühen Nachmittag los wollen zum nördlichsten Atoll der Tuamotus Namens Ahe, dort soll der Wind erst am Mittwoch voll zuschlagen und man könnte es schaffen jedenfalls bis Dienstag dort zu sein, ob ich nicht mitkommen wolle, den mit 2 Booten ist es schöner, die Frage versetzte mich natürlich in Aufregung da für eine so kurzfristige Abfahrt für eine Tour über 500 sm gar nichts vorbereitet war, aber sie zeigte mir alles im Wetter und auf dem Plotter und ich sagte spontan zu, also war Hektik angesagt, eine Tour mit dem Dinghy und leeren Kanistern zur Tanke und damit dann den Tank gefüllt, das Boot klar machen zum Start, noch ein paar Früchte gekauft, bei den Gendarmen abgemeldet, den kleine Outborder, der beim Yachtservice zur Durchsicht war, fertig abgeholt, alles wieder an Bord verstaut und um 14:15 Uhr ging nach 2 Tagen Nuku Hiva wieder der Anker hoch in Richtung des Atoll Ahe, Fred und Brenda waren mit ihrer Gossamer schneller als ich, so das wir uns am 2. Tag aus den Augen, dem Funkbereich und der AIS Reichweite verloren, aber über Satellit in Verbindung blieben, der Wind wehte schwach mit 10-12 ktn, so kam ich mit der schweren Nuku (14 Tonnen) nur langsam mit 3,5 ktn voran, in der Berechnung reichte das natürlich nicht um rechtzeitig vor dem großen Wind in Ahe einzulaufen, also musste der Motor mithelfen und so ging es mit einer 5,5 unter Segel mit Motorhilfe voran, die Gossamer lief am späten Nachmittag des 01.07.19 ins Atoll mit beginnender einlaufender Flut ein, ich folgte am 02.07.19 morgens auch mit einlaufender Flut, im Ankerfeld erwarteten mich schon die Beiden und noch 3 andere Boote, die sich hier schützend vor dem großen Wind versammelt hatten, der Anker fiel und ich sprang ins türkisfarbende Wasser, das ist sie, die Südsee, ich bin da!!!, beim ums Boot schwimmen entdeckte ich dass das Unterwasserschiff voll mit Getier war, welches sich frech an den Bootsrumpf geheftet und die Reise mit unternommen hatte, solch ein Bewuchs hatte ich nie für möglich gehalten, also war Unterbodenpflege angesagt, mit Taucherbrille und Schaber bewaffnet ging es den ungebetenen Gästen an den Kragen, obwohl sie sich schon sehr festgesetzt hatten konnte ich in 2 Stunden so ca. ¾ des Unterwasserschiffes reinigen, dann ging mir die Puste aus und ich brauchte Erholung, es wurde das Dinghy ins Wasser gelassen und der kleine Outborder, der frisch aus dem Service kam, angeklemmt und dann ging es mit Fred und Brenda an Land, der Ort Tenukupara, vor dem wir lagen, wurde erkundet, es gibt einen Tante Emma Laden, eine Post, einen Polizisten, 2 Kirchen, eine Schule für die Kleinen und ca. 50 Häuser, das war es auch schon, schön ruhig und gediegen ist es hier, die Leute sind freundlich und nett, keiner ist in Eile, so kann man sein Leben genießen, nach 2 Stunden hatten wir alle Straßen belaufen, den Außenbereich erkundet und sind zurück auf die Boote, gegen 17:00 Uhr fing es schon an zu blasen und in der Nacht ging es dann ab 23:00 Uhr so richtig los, um 02:30 Uhr war der Höhepunkt der Windstärke erreicht, der Alarm des Windmessers, welcher auf 50 ktn eingestellt ist, ging los, das Boot drehte im Wind regelmäßig und ohne Hast von links nach rechts und wieder nach links usw., aber wir lagen super sicher, vor uns der Ort mit seinen hohen Palmen, ringsum ein Riff, wir hatten trotz des sehr starken Windes keine Welle und kein Schwell, am Morgen dann war der Wind schon wieder bei 20-30 ktn, was einem schon mächtig wenig gegenüber der Nacht vorkam, die Stärke von deutlich unter 20 ktn sollte der Wind erst am 05.07.19 erreichen, so kam es auch und wir konnten wieder an Land, dort sah es an der Außenseite des Riffs hinter dem Ort aus als ob das überkommende Wasser den ganzen Meeresboden an Land geschleppt hat, überall lagen bergeweise abgebrochene Korallenköpfe und Muscheln herum, da sich das Wetter sehr schnell änderte sind wir schon am 06.07.19 morgens los in Richtung Tahiti und nach einem schnellen Törn mit guten Wind dort am 08.07.19 gegen 17:00 Uhr in der Venus Bay gelandet, da diese so gut geschützt st lag ich dort völlig ruhig und hatte eine wundervolle Nacht, am 09.07.19 ging es dann, weil wiedermal gar kein Wind war, unter Motor in Richtung Papeete zum Ankerplatz vor der Marina Taina, dieser war mächtig überfüllt und ich bekam nur am äußersten Rand ein ruhiges Plätzchen, der Hafenmeister meinte in diesem Jahr sind bis Ende Juni schon 160 Yachten mehr durchgekommen als 2018, wo soll das noch hinführen, egal, ich lag sicher und wir nutzten die Zeit in Papeete zum Stadtbummel und zum Erleben der Heiva, dem Fest zum französischen Nationalfeiertag, es wird eine Woche lang gefeiert mit polynesischen Tanz und Gesangsaufführungen und mit maorischen Wettkämpfen, wie Speerwerfen nach einer in 15 Metern hoch aufgehängten Kokosnuss, Steinheben bis 150 kg, Kokosnuss schlachten und Kobra ausschälen und Kokosnuss pflücken Baum usw.. Am 13.07.19 verabschiedeten wir uns bei einem kühlen Blonden, Brenda und Fred flogen erst einmal für eine Woche nach Hause und ich hob am 14.07.19 um 07:30 Uhr den Anker und machte mich auf den Weg nach Bora Bora, der angeblichen Insel der Reichen und Schönen, nach nur eineinhalb Tagen landete ich am 15.07.19 mit der einlaufenden Flut in Bora Bora an und ließ den Anker, weil alle Mooringbojen vor dem Yachtclub belegt waren, vor der legendären Bloody Mary Bar auf 23 Meter Tiefe runter, gut das ich genug Kette an Bord habe, da war ich nun im Paradies, es war herrlich, mit dem Rad habe ich die ganze Insel erkundet und auch hier Teile der Heiva miterlebt, so lässt es sich leben. Der nächste Törn geht dann über 1.300 sm nach Hava´u auf Tonga.

15. Schlag Panama – Nuku Hiva

Nach 2 Tagen Panama City, in denen das Boot im Balboa Yachtclub an einer Mooring lag, ging es dann Solo am 17.05.19 gegen 12:00 Uhr nach einem letzten Provianteinkauf los auf die längste Tour der Reise, die ca. 4.000 sm bis nach Nuku Hiva in den Marquises, der Anfang bis zu den Galapagos war schwierig, der Wind kam aus 220 Grad, genau von dort wo ich hin wollte, also hieß das am Tag nach West/Nordwest segeln und in der Nacht nach Süd/Südwet motoren, nach 13 Tagen war ich so südlich der Galapagos angelangt und, nachdem auch noch ein Tag Flaute überstanden war, kam der Wind endlich als Passat aus 100-115 Grad und ich konnte nur noch segeln, die Strecke von den Galapagos bis nach Nuku Hiva beträgt ca. 3.000 sm, diese wurden in 26 Tagen abgesegelt, der Wind blies mit ca. 12 ktn halb achterlich, so das es eine sehr schöne Tour war, am Tag konnte ich viele Bücher auslesen, die ich dann auf Nuku Hiva gegen neue Bücher eintauschte, in der Nacht ging es jede Stunde raus zur Rundumsicht ob sich vielleicht noch ein anderes Boot in diesen riesigen Pacific verirrt hat, in der ganzen Zeit der 39 Tage auf See habe ich ganz viele Delphingruppen am Boot spielend gehabt, wurde von viele Vögeln besucht, konnte einmal mit einem anderen Segler, der auch nach Nuku Hiva wollte und schneller als ich unterwegs war, über Funk reden und habe einen riesigen Wal ca. 50 Meter backbord neben der Nuku ganz ruhig dahin schwimmen und pusten sehen, ansonsten war der Pacific leer, und, obwohl ich angestrengt Ausschau gehalten habe, konnte ich nicht einmal irgendwelchen Müll/Plastik entdecken, die Etmale lagen immer so bei 100 sm pro Tag, mal mehr, mal weniger, immer so wie der Wind wehte, die Langsamkeit tat mir gut, dann am 25.06.19 morgens sah ich die Nachbarinsel Ua-Huka backbord auftauchen und wusste, jetzt ist es nicht mehr weit, und um 14:00 Uhr fiel der Anker in der Bucht von Taiohae auf Nuku Hiva, ich war da im Paradies, eine schöne grüne Insel, die Menschen super freundlich und hilfbereit, leider war das Wasser in der Bucht nicht klar, sondern mächtig mulmig und der Schwell ließ das Boot immerzu rollen, an Land meldete ich mich bei der Gendarmerie an, bekam französische Pacific-Franc am Automaten bei der Bank, konnte frisches Obst und Eiscreme sehr teuer in den 3 Lebensmittelläden des Ortes erstehen und war glücklich angekommen zu sein. An Land im Imbiss des Hafens lernte ich viele andere Segler der rund 50 vor Anker liegenden Boote kennen, insbesondere Fred und Brenda aus den Staaten, sie sind auch auf Worldtour und in Seattle los. Das Wetter für die Weiterfahrt nach Papete auf Tahiti verhieß nichts Gutes, so sollte es Wind um die 25-30 Ktn ab dem 03.07.19 im gesamten Großraum der Tuamotu-Inseln und Tahiti geben, der dort bis zum 07.07.19 sich auslassen wollte, daher der Gedanke eine Weile auf Nuku Hiva zu bleiben und die Erholung genießen.ie es wird …

14. Schlag Providencia – Panama

Am 04.05.19 sind wir am Morgen um 07:00 Uhr mit Anker hoch in Richtung Panama los, der Wind stand, als wir aus der Inselabdeckung raus waren, günstig und so konnten wir direkten Kurs auf Colon anlegen, mit 15 bis 20 ktn Wind und ein wenig Strom von BB kamen wir gut mit 5 bis 5,5 ktn voran, so das wir am 06.05.19 gegen 15:30 Uhr in den Hafen von Colon und der Marina Shelterbay einfahren konnten, der Törn war tiefenentspannt und wir guter Laune. In der Marina lagen wir dann bis zum 14.05.19, habend die Badeleiter und den Spinnacker reparieren lassen und uns mit dem Agend Roy Bravo auf die Kanalfahrt vorbereitet, die dann am 14.05.19 um 17:00 Uhr los ging, erst die 3 Kammern auf der Atlantikseite mit je 9 Metern hoch, also insgesamt 27 Meter über dem Atlantik in den Gatunsee, dort lagen wir über Nacht an einer Mooringboje und am 15.05.19 kam um 09:30 Uhr der 2. Pilot an Bord und es ging den ganzen Tag unter Motor erst durch den Gatunsee und dann durch den Kanal bis zu den 3 Schleusen auf der Pacificseite, gegen !7:30 Uhr öffnete sich das letzte Schleusentor und vor uns lag der Pacific und Panam City, im Dunkel werden legten wir an einer Moorigboje im Balboa Yachtclub an und waren ganz schön geflasht von der Fahrt und den Eindrücken. Am 17.05.19 war dann alles wieder aufgefüllt und der Proviant für die nächsten ca. 40 Seetage gekauft und an Bord verstaut, dann hieß es ausklarieren und wieder Leinen los in Richtung West in den Pacific hinein, hoffentlich macht er seinem Namen als Stiler Ozean alle Ehre.

13. Schlag Jamaika – Providencia

Nach 4 Tagen Jamaika ging es am 25.04.19 weiter nach Providencia, einer kleinen, vor Nikaragua liegenden kolumbianischen Insel. Die ersten 25 sm um die Ostseite vom Jamaika bließ uns der Wind immer noch auf die Nase, als wieder Motor an, da, als wir um das Süd-Ost-Kap rum waren gingen die Segel auf und mit Halbwind aus BB lief es super bei ca. 5 – 6 ktn, nach 2 Tagen drehte der Wind weiter auf Nord-Ost und wir kamen in den achterlichen Bereich, also fast wie Passatsegeln, mit ausgebaumter Genua ging es dann weitere 1 1/2 Tage bei 6 – 7 ktn dem Ziel entgegen, ein Traumsegeln, die Welle war flach, der Wind aus der richtigen Richtung und mit 15 – 20 ktn gut segelbar, die Susi, unsere tapfere Windsteuerung, arbeitete tadellos so das wir nur hin und wieder kontrollieren mussten, ansonsten viel Freizeit hatten, die wir mit lesen, dösen und schlafen rum brachten, am Sonntag Abend kam dann schon Providencia in Sicht, wir waren einfach zu schnell unterwegs gewesen, da wir mit Montag Vormittag gerechnet hatten, egal, um 22.30 Uhr viel der Anker in dem Ankerbereich ein Stück außerhalb des Hafenbereiches, wir machten das kühle Ankerbeir auf und freuten uns über den super Törn, dann wurde geschlafen und am Montag morgen verholten wir zu einem besseren Patz in der Nähe der Stadt und des Landungssteges. Kolumbien stadn eigentlich gar nicht auf meiner Roue, aber wir sind ja flexibel, so also auch Kolumbien. Bis zum Samstag wollen wir hier bleiben und dann weiter nach Panama, der Kanal wartet.

12. Schlag Kuba – Jamaika

Nach dem Heimaturlaub ging es am 19.04.19 los in Richtung Port Antonio auf Jamaika. Wir dachten die 113 sm werden wir locker an einem Tag hinlegen, haben uns da aber an der Welle und dem Wind und dem Strom geschnitten, mit dem Wind und der Welle auf die Nase und dem Strom von BB vorn kamen wir unter Motor nur mit 2-3 ktn voran, so das wir 1 1/2 Tage benötigten, da wir in der Nacht um 02:00 Uhr vor Jamaika waren dümpelten wir bis morgens um 07:00 und ließen uns in den Wellen treiben, dann ging es zur Hafeneinfahrt und in die Erol Flinn Marina in Port Antonio, eine sehr ordentliche und saubere Marina bei nahezu gleichem Preis wie in Kuba, nur das es dort KEINEN Service gab, nicht mal Klobrillen und oft auch kein Wasser. In der Stadt von Port Antonio roch es an allen Ecken und Enden nach Graß, das Zeug ist dort Grundnahrungsmittel Nr. 1, es war laut und lebhaft, bunt und schrill, wie man sich Jamaika so vorstellt. Nach einem schönen Ausflug in die Blue Mountains und zu einem Wasserfall und unzähligen „Nein, wir wollen kein Graß kaufen“ kam dann nach 4 Tagen der Abschied und der Aufbruch in Richtung Providencia, einer kleinen, vor Nikaragua liegenden kolumbianischen Insel.

11. Schlag Grenada – Kuba

Eigentlich wollten wir nach dem Start von Grenada gar nicht nach Kuba, aber das Wetter war uns nicht wohl gesonnen. Als wir in Richtung Martinique unterwegs waren tobte auf dem Nordatlantik, weit vor den karibischen Inseln im Osten, ein ordentlicher Sturm, der seine Ausläufer bis in den karibischen Raum schickte, durch die zwischen den Inseln stehenden Strömung nach West und durch den anhaltenden starken Wind aus Ost kamen wir der Insel Martinique einfach, trotz 2 Tage aufkreuzen, nicht näher, so beschlossen wir nach Haiti und Kuba abzudrehen. Mit achterlichen Wind, der auf der Anzeige immer noch mit ca. 25 ktn fauchte, ging es dann gut im angelegten Kurs, unser erstes Ziel, die Insel A Vache auf Haiti, konnten wir so locker erreichen. Glück hatten wir bei der Anfahrt zur Insel, es war Tag, die Fischer, alle samt sehr arm, markieren ihre Netze und Körbe mit Plastikflaschen, die natürlich erst sichbar sind wenn man schon fast drüber gefahren ist, also war Slalom mit Auskuck auf dem Vorschiff angesagt. Wir kamen ohne eine Leine um die Propellerwelle zu legen am Ankerplatz an, ein sehr schönes Fleckchen Erde, trotz der Armut sind die Leute recht freundlich und hilfbereit. In 2 Tagen vor Anker hatten wir die Insel mit unserem Führer PePe erkundet und machten uns dann wieder auf den Weg nach Kuba, die ersten 70 sm war der Wind noch segelbar, dann schlief er, wie vorher gesagt, ein und wir mussten die restlichen 100 sm motoren. Früh am Morgen des 02.03.19 kamen wir in Satiago de Kuba an, wurden bei der Einfahrt in die lang geogene Lagune schon über Funk von der Marina begrüßt und legten im Sonnenschein an dem freien Platz am Betonsteg an. Auf den ersten Blick sah alles ziemlich runter gekommen aus, der zweite Blick ernüchterte uns, es war noch viel schlimmer. Aber da müssen wir durch, wer eine Reise unternimmt muss auch mit Widrigkeiten leben können, nur so viel – es gibt nicht mal Klobrillen. Kuba ist als Land natürlich sehr schön, die Gesellschaft ist aber gerade im Umbruch und es herrscht nach meinem Empfinden Frühkapitalismus, die Regierung hält die eigenen Landsleute in moderner Sklaverei (Monatslohn 10 – 20 $ im Monat) und die Ausländer werden gnadenlos abgezockt. Aber was solls, die Hälfte der Reise ist nun um und es geht für einen Monat in die Heimat, die Nuku wird gesichert und schläft ein wenig in der Marina Merlin in Punta Gorda in Kuba. Mitte April soll es dann weiter nach Jamaika und Panama gehen.

10. Schlag Ferndando de Noronha – Grenada

Nach nur 2 Tagen sind wir wieder in See gestochen, die Insel Fernando de Naronha ist sehenswert (obwohl völlig überteuert), aber auch klein genug um sie mit dem Bus und zu Fuß in der kurzen Zeit zu erkunden. Unser nächstes Ziel sollten eigentlich die Teufelsinseln vor Französisch Guyana sein, aber dazu später mehr. Das Segelwetter, welches wir bis Fernando hatte, setzte sich auch nach unserem Start wieter fort, wir konnten fast den gleichen Kurs anlegen und so mit Passatsegeln in Richtung Nord-West dahin gleiten. Am Äquator hatten wir jede Menge Spass als wir uns durch die Nuku im Wasser schwimmend über die Süd-Nord-Trennung ziehen ließen, wer hat das schon. Dann jedoch kamen wir in das um den Äquator liegende windlose Gebiet und dümpelten mit Etmals von 35 bis 55 sm 4 Tage dahin, das war doch ien wenig nervig, da die Geschwindigkeit nicht aus den müde am Mast hängenden Segeln kam, sonder aus der Strömung, die uns mit nach Norden nahm, als der Wind wieder einsetzte war es wie eine Erlösung. Unser eigentliches Ziel, die Teufelsinsel, hatten wir im Auge und auch angesteuert, jedoch kamen wir gegen den Strom, da wir erstmal vorbei segelten, nicht an und drehten nach 1 1/2h unter Mototr ohne überhaupt vorwärts zu kommen, wieder in in unsere Segelrichtung und sahen die Insel und auch die Abschußrampen der Ariane-Raketen nur aus der Ferne. So ging es weiter in Richtung Grenada, also nochmal 700 sm drauf. Da es gegenwärtig in Venezuela nicht eben ruhig in der Politischen Lage ist hielten wir genügend Abstand, durchfuhren den Durchbruch zwischen Trinidat und Tobago und kamen am 14.02.19 gut in Grenada an, die Marina in St. George´s ist zwar ein wenig teuer, hat aber guten Service, so das wir hier 3 Tage blieben. Weiter ging es dann am 17.02.19 in Richtung Kuba.

9. Schlag St. Helena – Fernando de Noronha

Am 08.01.19 schlugen wir die Leinen um 15:20 Uhr von der Mooring vor St. Helena los und es ging mit dem Passat auf 295 Grad in Richtung Fernando de Noronha, der Wind war mäßig, die Fahrt immer so knapp über 4 ktn, also eigentlich eine schöne Kaffeefahrt, der Südatlantik ist so ganz anders als der Indische. Die 1742 nm bewältigten wir in 17 Tagen, unterwegs sahen wir tatsächlich 2 Schiffe in Echt und weitere 3 nur auf dem AIS, also viel befahren ist es auf der Strecke nicht. Auch der Fischfang glückte uns nicht so richtig, in der ganzen Zeit haben wir nur einen Dolphin Fisch an der Angel gehabt. Wie schon auf den Etappen zuvor haben uns auch diesmal wieder eine Vielzahl von Delphinen begleitet, lustige Burschen, die schön mit dem Boot spielen. Ansonsten war es eher langweilig da in den 17 Tagen nicht einmal die Segelstellung im Passat geändert werden musste. Am 25.01.19 kamen wir um 15:00 Uhr an der Insel Fernando de Noronha, eine Brasilien vorgelagerte Insel, an, checkten ein, erkunden die Insel und werden am 27.01.19 weiter ziehen nach Grenada mit einem geplanten Stop auf der Teufelsinsel vor Mourou. Alle an Bord sind gesund und freudig der kommenden insgesamt 2050 sm.

7. Schlag Lüderitz – Walfischbucht

Der 3-Tage-Trip sollte auch entspannt ablaufen und wir kommen, jedenfalls nach Plan, am 23.12.18 in der Walfischbucht an. Dort werden wir Weihnachten verbringen.

Am 23.12.18 sind wir am Morgen in Walvis Bay angekommen und haben vor dem kleinen Yachtclub den Anker fallen lassen. Der Trip war entspannt, wir hatten wenig Wind und so ging es im Schneckentempo mit durchschnittlich 3-4 ktn vorwärts, aber so ist es auch mal schön, immer nur Prasselwind macht mürbe. Die Stadt hat rein gar nichts deutsches an sich, eher viel amerikanisches, man fühlt sich wie in Mitten der USA. Unser Mitsegler Stephan hat hier auf seiner Radreise ein Depot mit Sachen hinterlassen, welches er jetzt abholt und dann, am 25.12.18 geht es weiter nach St. Helena über den Südatlantik bis in die Karibik.

Wir wünschen allen Verwandten, Freunden und Bekannten zu Hause ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2019!!!!!

6. Schlag Kapstadt – Lüderitz

Am 14.12.18 wird es um 08:30 uhr aus der Marina in Kapstad in Richtung Lüderitz los gehen. Am 13.12.18 kam unser drittes Crewmitglied, der Stephan mit seinem Rad an Bord, er ist schon mächtig aufgeregt ob der großen Reise. Bislang ist er „nur“ mit dem Rad vom Nordkap in Norwegen zum Südkap in Südafrika geradelt – war für ein Typ!!! Aber segeln werden wir ihm noch lernen müssen, aber wie sagte mir mal ein Segler: Jung, segeln lernt man beim segeln!

Schon kurz nach dem Start hatten wir noch im Hafenbecken den ersten Stop – ein großer Frachter wurde durch 2 Schlepper raus gezogen und wir mussten warten, also Kreise ziehen, dann nach einer halben Stunde konnte es losgehen. Zunächst wurde Kurs durch die Dörtita backbord von Robben Iland gelegt, der Insel, auf der Nelson Mandela 27 Jahre in Sichtnähe von Kapstadt inhaftiert war. Heute sieht die Insel eher nach einer Reicheninsel mit schönen Häusern aus. Nach 3 Stunden unter Motor aus der Bucht wurden die Segel gesetzt und gegenan bis zum Abend in Richtung Nord gegangen, dann drehte der Wind, wie eigentlich vorher gesagt, auf Süd, wir konnten die Segel achterlich aufmachen und in den Sonnenuntergang rauschen, so vergingen 4 Tage mit vielen Aktionen: wir sahen eine Vielzahl von großen Walen, einmal in einer Gruppe so nah das einer von den Kollossen unser Boot rammte und zum erzittern brachte, tausende von frechen Robben, die am Morgen auf dem Rücken liegend an der Wasseroberfläche rumliegen und dösen, flinke Delphine, die die Nuku als Spielgefährten nahmen und ewig am Bug mitschwammen und rumsprangen, Pinguine, die scheu, bevor wir zu dicht kommen konnten, abtauchten, wir fingen 4 Fische, 3 Tunas, wovon wir 2 verspeisten und einen wieder frei ließen, und einen Barracude, der eigentlich auch auf dem Teller landen sollte, aber als wir die Wümer in seinem Bauchlappen sahen verging uns der Appetit und er flog in hohem Bogen filletiert zurück ins Meer. Es waren 4 schöne und entspannte Tage, wir hatten viel Wind und auch eine saftige Flaute, die wir nutzten um im Meer eine Runde zu schwimmen ( ist hier immer noch heftig kalt ). Am 18.12.19 kamen wir dann um 18:30 Uhr im Hafen von Lüderitz an, wurden von der Portcontrol und von unseren Freunden von der Dörtita, welche einen ganzen Tag schneller war, freudig begrüßt und an die Mooring geführt, ließen das Beiboot zu Wasser, bauten den Motor an und fuhren, Heiner und Ede von der Dötitia abholend, an Land (illegal, da wir ja noch gar nicht einklariert waren) und rein in den Yachtclub um ein Anlegerbier zu trinken und uns von den beiden Yachties, die heute nach Hause geflogen sind, und mit denen ich nun 3 Monate von den Cocos Ilands an, zusammen die Meere besegelt habe, herzlichst zu verabschieden. Ab jetzt gehen wir allein weiter, alle andern 3 Schiffe der ehemals „deutschen Flotte“ sind versprengt, 2 liegen noch in Richards Bay und gehen erst im Januar weiter, die Dörtita geht im Januar zu den Azoren und dann nach Hause nach Deutschland.

Heute klarierten wir ein, welch ein enspanntes Behördentum hier im Gegensatz zu Südafrika, liefen die ersten Schritte durch die Stadt, tankten 65 Liter Diesel nach, verbrachten den Mittag an Bord und hatten jeder für sich den Nachmittag in der Stadt zum erkunden. Es ist eine sehr schöne, saubere alte deutsche Stadt aus Kolonialzeiten, in der die Zeit scheinbar stehen geblieben ist. Streß ist hier ein Fremdwort und Freundlichkeit normal. Einfach schön!!! Die Bilder gibt es wie gewohnt auf Facebook unter Nukualofa zu sehen.

Morgen Vormittag haben wir eine Tour zur Geisterstadt vor den Toren von Lüderitz gebucht, am Nachmittag wird im Spar Supermarkt groß eingekauft und am späten Nachmittag werden die Leinen schon wieder losgeworfen und der nächste Schlag zur Walfischbucht in den Norden (ca. 300 sm) beginnt. Grund für die schnelle Abreise ist wieder mal die Wetterprognose, die am Samstag hier in der gesamten Gegen Sturm bis 40 ktn vorher sagt, da wollen wir lieber vor her weg sein da wir ansonsren bis mindestens zum 27.12.18 hier gefangen wären.